Septembre 2010

Avis de Alice Teipelke, Eberhardt Travel GmbH

Wie zu Beginn erwähnt, war dies mein erster Aufenthalt in Afrika (ausgenommen Länder wie Marokko in Nordafrika). Aufgrund dessen habe ich vorweg versucht, mich bestmöglich auf das Land vorzubereiten. Allein dieser Vorsatz war in Anbetracht der bestehenden Infomaterialien zu Kamerun nicht einfach. So gibt es beispielsweise auf dem deutschen Markt keinen verfügbaren Reiseführer zum Land Kamerun. Eine ältere Auflage vom Reiseknowhow-Dumont ist vergriffen und wird nicht wieder aufgelegt. Unabhängig davon, nutzt es meist wenig alte Auflagen zu kaufen, da diese keine aktuelle Informationen enthalten und veraltet sind. Die wichtigsten Materialien zur Vorbereitung erhielt ich von Agnès Kah. Sie schickte mir einen kleinen Kamerun-Guide, eine Karte und Reiseinfos. Weiterhin habe ich mich auf englischen und französischen Webseiten belesen. Vielleicht sollte über die Auflage eines aktuellen Kamerun-Reiseführers nachgedacht werden (erste Ideen gab es bereits bei Agnès Kah).

Als ich schließlich in Kamerun landete überraschte mich sofort die Unmenge an Wäldern. Viel habe ich erwartet, aber kein solch GRÜNES Land! Selbstverständlich ist dies positiv zu betrachten – ich fühlte mich sofort wohl. Nach einer raschen Pass-Prozedur am Flughafen Yaoundé bezogen wir unsere Zimmer im Mont Fébé und die Infotour konnte beginnen. Bereits am ersten Abend aßen wir (wie auch danach immer) außerhalb des Hotels. Ich persönlich finde das gut, da sich so viel öfter die Gelegenheit bietet, landestypische Gerichte kennenzulernen und somit auch die Kameruner Küche. Ich gehe jedoch davon aus, dass in den Hotels die Küche ein wenig an den europäischen Geschmack angepasst wird – jedoch nur insoweit die Zutaten verfügbar sind. Sehr wohl wird der Hotelgast hier ebenso Kochbanane, Yams und Spinat essen sowie Geflügel oder Fisch zur Wahl haben.

Generell stellte ich während meiner Reise fest, dass ich einige meiner Vorstellungen von Kamerun revidieren muss: Der von mir erwartete krasse Gegensatz zwischen arm und reich ist zwar zweifellos vorhanden, jedoch nicht mit denselben Folgeerscheinungen wie in Ländern Nordafrikas. Bei der Einfahrt des Nachtzuges nach Yaoundé sahen wir einige Viertel der armen Bevölkerung am Rande der Stadt, auf den Straßen aber nur ein einziges Mal einen Bettler! Dies hängt meiner Meinung nach auch mit der Art und Weise der Menschen zusammen. Kameruner sind  (noch) mit dem zufrieden, was sie haben und besitzen – aus dieser Perspektive heraus geht es ihnen nicht schlecht (aus unserem Blickwinkel schon). Ein Großteil der Bevölkerung lebt auf dem Land und ernährt sich dort oftmals noch autark bzw. durch Handel. Damit entfällt für Kameruner v.a. auf dem Land der Nutzen von reinem Bargeld, viel wichtiger sind Waren, Kleidung oder (ganz banal) leere Flaschen zum Weiterverwenden oder zum Basteln von Spielzeug.
Kamerun hat den eindeutigen Vorteil, dass noch keine Flut von Touristen das Land durchstreift hat und in den Köpfen der Menschen die Meinung entsteht, sie bräuchten „immer mehr Geld“ zum Leben. Das soll jedoch nicht falsch verstanden werden, denn es heißt nicht, dass Kamerun niemanden braucht und z.B. auf Tourismus verzichten kann. Ganz im Gegenteil, dieses Land ist es absolut wert, bereist zu werden. Es erschien mir geradezu ein MUSS. Auf unserer Infotour habe ich auch gelernt, dass Kameruner sehr gastfreundlich sind und jeden herzlich willkommen heißen. Hierfür ist die Kenntnis der französischen Sprache (meiner Meinung nach) für tiefergehende Gespräche unabdingbar! Wird man in ein Haus oder Dorf eingeladen, freuen sich Kameruner über jegliche Art nutzbringender Gastgeschenke. Dies können Duschbad, Kosmetik, Kleidung für Kinder oder Malutensilien sein. (Bei Geld besteht die Gefahr des Streitens und dies sollte dringlich vermieden werden – wem im Dorf steht wie viel zu?)

Geradezu bemerkenswert fand ich, dass wir auf unserer Infotour wirklich jeden Tag einen neuen Höhepunkt hatten, wenn nicht sogar mehrere. So lässt sich schwer sagen, ob nun der Nationalpark Mfou oder Ebogo wichtiger war – beides hatte seine Bedeutung, seine Reize und war für uns als Touristiker absolut wertvoll. Alle Dörfer mit ihren Bewohnern, alle Wasserfälle, alle Guides und andere Orte die wir besucht, gesehen und live erlebt haben sind von großem Wert für meine weitere Planung. Sie bedürfen sogar weiterer Reisen, die ich mir bereits fest vorgenommen habe. So plane ich bereits für das kommende Frühjahr eine Teilnahme (wenn dies möglich ist!) an der Reise in den Norden Kameruns, um auch diesen kennenlernen zu dürfen und mein Landeswissen zu vervollständigen.

Ich bin mir absolut sicher, dass mit dem Land Kamerun ein sehr interessantes neues Reiseprodukt möglich ist, in dem es darum geht, ein Land zu er“fahren“ wie es wirklich ist – natürlich, nicht zurechtkonstruiert und auch gerne mit kleinen Fehlern! Nicht jede Straße darf Schlagloch-frei sein. Ich garantiere bei betonierten, geraden Straßen die enttäuschten Gesichter der Touristen – das erwartet man nicht, wenn man nach Kamerun kommt.
Erwartet werden: die Natur mit ihrem Mix aus Regenwald und Sahelzone, die Ursprünglichkeit der Kameruner und deren kulturelle Vielfalt, Tiere in den Nationalparks, Überreste (deutscher) Kolonialgeschichte und unberührte Strände zum Entspannen. All das gibt es und es wird ergänzt durch nicht gekannte Luftkurorte, eine Vielfalt an Nahrungsmitteln, unerwartet viele Berge und jene große Herzlichkeit, die in einem den Wunsch wachsen lässt, unbedingt wiederzukehren um mehr kennenzulernen.

Nur einen einzigen Verbesserungsvorschlag hätte ich: mindestens alle 2 Tage sollte ein Internetanschluss eingeplant sein. Dies ist für uns extrem wichtig, da wir mitunter dringende E-Mails beantworten müssen.

Zu guter Letzt möchte noch einmal abschließend ein großes Dankeschön an alle Organisatoren in Kamerun und Deutschland aussprechen. Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder noch so kleine Wunsch einer Reisegruppe erfüllt wird und dafür sogar Programmpunkte umgestellt werden – so zum Beispiel geschehen bei der Organisation der Treffen mit den TOs. Gerade diese Treffen sind für eine zukünftige touristische Entwicklung und Zusammenarbeit von immenser Bedeutung – für uns und für Kamerun.
Stets waren alle bemüht, uns den Aufenthalt in ihrem Land so angenehm wie möglich zu machen und das ist ihnen gelungen. Ich habe mehr erfahren und gesehen, als ich erwartet habe. Die Infotour gibt mir das Gefühl, Kamerun nun ein wenig zu kennen. Jetzt kann ich mein Produkt, die Reise, wirklich verkaufen, jetzt weiß ich wovon ich spreche. Die vielen Fotos und Erfahrungen helfen mir, das Wissen zu untermauern und Kamerun als Land anschaulich zu machen. In Zukunft hoffe ich darauf, an mindestens einer der geplanten „Roadshows“ zu Kamerun aktiv teilnehmen zu können. Zudem werde ich im nächsten Jahr einen Info-Abend mit Diashow planen an dem alle ehemaligen Afrika-Reisenden von Eberhardt TRAVEL GmbH eingeladen werden, um Kamerun kennenzulernen... Nur so kann Interesse geweckt werden.
Ich wünsche uns für die Zukunft eine gute und vor allem erfolgreiche Zusammenarbeit!


gez. Alice Teipelke
Eberhardt TRAVEL GmbH
Produktmanagerin Kamerun